Ronny Weiland

 



Die Bedienung im Hamburger Hotel zieht ihre rechte Braue nach oben: Mit so einer Stimme hat bei ihr offenbar noch niemand einen Kaffee bestellt. Der Besitzer des Bassbaritons, er lächelt freundlich und fragt höflich nach dem Zucker. Dabei hätte Ronny Weiland Grund genug, sich als Unikat feiern zu lassen. Er bleibt aber lieber ein bisschen skeptisch, ziemlich bescheiden und sich seiner Talente angenehm fragend bewusst. Kein Liebhaber der wortreichen Übertreibung. Lieber den Ball flach halten. Ein sehr sympathischer Mann mit einer Stimme, die unverkennbar ist und einzigartig, kraftvoll...

 

 

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Die Bedienung im Hamburger Hotel zieht ihre rechte Braue nach oben: Mit so einer Stimme hat bei ihr offenbar noch niemand einen Kaffee bestellt. Der Besitzer des Bassbaritons, er lächelt freundlich und fragt höflich nach dem Zucker. Dabei hätte Ronny Weiland Grund genug, sich als Unikat feiern zu lassen. Er bleibt aber lieber ein bisschen skeptisch, ziemlich bescheiden und sich seiner Talente angenehm fragend bewusst. Kein Liebhaber der wortreichen Übertreibung. Lieber den Ball flach halten. Ein sehr sympathischer Mann mit einer Stimme, die unverkennbar ist und einzigartig, kraftvoll sonor und doch mit der Fähigkeit gesegnet Millionen Menschen zu berühren. Die Biographie von Ronny Weiland, der am 25. Februar des Jahres 1975 in Jena das Licht der Welt erblickte, würde schon jetzt ausreichend Stoff für einen TV-Zweiteiler bieten. Musik wäre darin das zentrale Thema, wenn sie auch über weite Strecken nur Ronny Weilands schönes Hobby war. Bereits als Erstklässler zählte er zu den Eleven der Weimarer Musikhochschule, erhielt dort zwei Jahre lang Geigenunterricht und trat dann dem Spielmannszug Apolda bei. Beruflich zog es den charismatischen Sänger allerdings zum Handwerk. 2001 legte er seine Meisterprüfung als Steinmetz ab. Das Meisterstück ist bis heute in der Dresdner Frauenkirche zu bestaunen. Beim soliden handwerklichen Beruf alleine sollte es aber nicht bleiben. Ronny Weilands Vater war schließlich Musiker - Volksmusiker! "Hätte mein Vater im Rock und Pop gearbeitet, hätte ich diese schicksalhafte Begegnung nie gehabt", sinniert Ronny Weiland und spielt damit auf sein großes Vorbild an: Ivan Rebroff! "Als dieser große Kerl da mit seiner Pelzmütze auf die Bühne kam und von alten russischen Märchen erzählte, die ich als Kind im Fernsehen gesehen hatte, da war ich schon berührt." Weiland studierte zwei Rebroff-Titel ein und sang sie auf privaten Feiern den Gästen vor. Es kamen so viele Zugabe-Wünsche, dass der sonst eher introvertierte Hoffnungsträger fortan Gesangsunterricht nahm und mit 29 erst richtig mit dem ambitionierten Singen anfing. Und jetzt also: Profession Musiker. "Es macht einfach unheimlich viel Spaß sein Hobby zum Beruf zu machen", sagt Ronny Weiland. Bleibt der erlernte Beruf dabei die beruhigende Rückversicherung? "Auf jeden Fall, ich weiß ja nicht, was jetzt passiert. Bist du in dieser Situation studierter Musiker, dann musst du es auf Biegen und Brechen versuchen. Ich hingegen könnte zurück in meinen Lehrberuf, wenn es denn mal nicht so gut laufen sollte". Tja, wenn! Nicht sehr wahrscheinlich. Zumal sein Einstieg ins Showbiz zwar einen makabren Anlass, aber durchaus auch etwas Versöhnliches hat. Es begann mit den ersten Worten, die Rebroff und Weiland wechselten. "Ich hatte ihm ein paar Aufnahmen von mir geschickt", erzählt der Thüringer, "und eines Tages bekam ich einen Anruf von ihm. Er fragte: Wissen Sie, wer Sie gerade anruft? Ich tippte auf Dieter-Thomas Heck; er lachte. Es war Rebroff. Wir verabredeten uns, aber dann wurde er krank und sein Management fragte mich, ob ich ihn vertreten könne. Ich sagte zu ohne zu ahnen, dass aus den zwei, drei Konzerten eine Gedächtnistour für ihn werden könnte." Ivan Rebroff starb kurz nach dieser ersten Begegnung. Würdiger als Ronny Weiland hätte ihm wohl niemand die letzte Ehre erweisen können, weshalb er inzwischen auch mit Rebroffs einstigem Begleit-Ensemble "Sabawa" tourt. Ansonsten wäre die wunderbare Nische, die Ivan geschaffen hat, auch leider heute unbesetzt. Dass Weiland sie füllen würde, zeichnete sich sehr bald ab: 2007 siegte er beim Casting "Superstar der Volksmusik" und erhielt seinen ersten Plattenvertrag. 2008 folgte die erste kleine Tournee und 2009 schließlich ein Engagement zur Weihnachtstour mit Michael Hirte & Friends. Im Newcomer-Wettbewerb der MDR-Show "Gesagt ist gesagt" setzte sich Ronny Weiland im Sommer 2010 mit sage und schreibe 53% gegen seine vier Mitbewerber durch und sicherte sich mit seinem spektakulären Sieg auch noch einen gefeierten Auftritt bei der "Krone der Volksmusik", DEM Genre-Highlight des Jahres, als eine der bemerkenswertesten Entdeckungen 2010! Jetzt stehen neue Tourneen ins Haus: Im Sommer 2011 ist Ronny Weiland wiederum mit Michael Hirte & Friends auf Kirchenkonzert-Tournee, im Herbst dann mit dem Ensemble SABAWA gleich noch einmal und anschließend auch noch mit Marianne & Michael bei ihrer "Alpenländischen Weihnacht". Das Debüt-Album wird im Herbst erscheinen.

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