Amy Macdonald

 



Amy Macdonald kennt man vielleicht weniger aus der Öffentlichkeit und es scheint eine ganze Weile her zu sein, dass die Sängerin einen eigenen neuen Hit hatte. Doch auch wenn man nicht sehr viel über sie mit bekommt und ihre Hits nicht mehr ganz so omnipräsent sind, wie sie es schon einmal waren, kann man sich sicher sein, dass Amy irgendwo an der Arbeit an neuen Projekten ist.

Die Schottin hat immer noch große Auftritte von sehr vielen Menschen und sie darf bei keinem europäischen Festival fehlen. Amy wollte sich schon oft eine wirkliche Auszeit nehmen, jedoch juckt es...

 

 

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Amy Macdonald kennt man vielleicht weniger aus der Öffentlichkeit und es scheint eine ganze Weile her zu sein, dass die Sängerin einen eigenen neuen Hit hatte. Doch auch wenn man nicht sehr viel über sie mit bekommt und ihre Hits nicht mehr ganz so omnipräsent sind, wie sie es schon einmal waren, kann man sich sicher sein, dass Amy irgendwo an der Arbeit an neuen Projekten ist.

Die Schottin hat immer noch große Auftritte von sehr vielen Menschen und sie darf bei keinem europäischen Festival fehlen. Amy wollte sich schon oft eine wirkliche Auszeit nehmen, jedoch juckt es sie dann doch immer in den Fingerspitzen oder sie wird geben ihre Nation bei sehr großen Veranstaltungen zu vertreten, was sie natürlich nicht ausschlagen kann. Auch wenn Amy bereits über 10 Jahre im Showgeschäft ist, darf man davon ausgehen noch viel von ihr zu hören.

Amy ist ein wahres Ausnahmetalent. Sie hat ein absolut natürliches Melodiegespür und ihr nächster großer Hit scheint ihr immer schon auf der Lippe zu liegen. Die Britin ist schon in allen Ecken der Welt berühmt.

Amy blickt auf eine große Karriere zurück. Nach der Veröffentlichung ihres Albums „Life In A Beautiful Light“ im Jahr 2012 und der Fertigstellung ihrers Longplayers „Under Stars“ ging Amy auf Tour. Sie sagt dazu: "Bis Ende 2013 war ich ja mit meinem dritten Album auf Tour", fängt sie an, "also noch so eine ewig lange Tour - wie die davor auch schon. Und die Leute denken dann: "Oh, von der habe ich aber schon länger nichts mehr im Radio gehört, die sitzt doch bestimmt faul zu Hause rum und hat schön die Füße hochgelegt."

Obwohl Amy es genießt Auszeiten in ihrer schottischen Heimat zu nehmen, wo ihre zwei Ferraris im Hof stehen und ihre Hunde auf sie warten ist es für sie keine Option für längere Zeit die Füße hochzulegen. "Allein was die besagte Tour angeht: Das waren 18 Monate am Stück, die letzten zwei Monate davon mit einem Orchester. Ich kam erst an Heiligabend nach Hause - um 01 Uhr morgens." "Deshalb hat sich das auch so unglaublich gut angefühlt", sagt sie rückblickend: "Der Plan war ja, dass ich endlich etwas mehr Zeit für mich habe. Es gab keine Deadline. Ich wusste, dass alles erst mal so bleiben würde, dass ich 2014 gewissermaßen frei machen könnte."

Aber so ist es nicht gekommen. Amy wurde als riesiger Fußballfan und zudem wahrscheinlich erfolgreichster junger Künstler aus ihrem Heimatland, gebeten bei der Eröffnung zwei großen Events mitzuwirken. "Ja, in dem Jahr wurde ich dann gefragt, bei der Eröffnungszeremonie der Commonwealth Games aufzutreten. Und dann kam die Anfrage, ob ich auch noch bei der Eröffnung des Ryder Cups mitwirken könnte - und so war also doch andauernd irgendetwas los", sagt sie.

Den Plan, sich nach ihrem großen Erfolg mit „This Is The Life“ 2007, das dreimillionenfach verkauft wurde, mal eine Pause einzulegen und einen Gang runter zu schalten ging jedoch nicht auf. "Ich fing damit an, neue Songs zu schreiben."

Doch dieses Mal sollte ihr Bassist Jimmy Sims und dessen Freund (und Gelegenheits-Gitarrist für Amy) Ben Parker sie unterstützen. Nachdem Amy bisher gewissermaßen alles im Alleingang gemacht hat, sollten die Jungs sie ab jetzt bei ihrer Arbeit unterstützen.

Das Trio befolgte dabei nicht Amys Plan den Albumentstehungsprozess "mal echt ganz langsam anzugehen", sondern erschufen in weniger als 12 Monaten nicht weniger als 17 Songs. "Wie ein richtiger Neustart nach zehn Jahren fühlte sich das an. Alle sind wieder voller Energie, voller Tatendrang: Ein neuer Anfang also, mit komplett neuen Ideen."

"Jeder, dem ich diese Songs vorgespielt habe, ist vollkommen ausgeflippt", erzählt Amy weiter. "Auch ich selbst hab den Prozess viel mehr genießen können als früher, weil der Druck einfach auf mehrere Schultern verteilt war, schließlich war ich ja nicht mehr allein mit meinen Ideen. Es gibt auf dem Album zwar auch Songs, die ich trotzdem komplett alleine geschrieben habe, aber die Chemie zwischen Jimmy, Ben und mir war einfach zu genial: die perfekte Arbeitssituation mit richtig engen Freunden."

Ab Anfang 2016 begann Amy dann mit ihren Freunden die Songs, in den unscheinbaren Clapham Studios aufzunehmen. . Lautstark, stimmgewaltig, draufgängerisch und optimistisch präsentiert sich Amy auf diesem Rocktrack - womit auch die Richtung für alles Weitere festgelegt war: Mehr Druck, mehr Volumen, mehr Lautstärke und größerer Stimmumfang - das gilt überhaupt für "Under Stars".

Bei den Aufnahmen zu „Dream On“ waren sich das Trio und die Produzenten sofort einig, dass der Song die erste Single des vierten Albums werden soll. Das bestätigte sich auf den europäischen Festivals im Sommer. "In Deutschland, Frankreich und in der Schweiz bin ich auf einigen Festivals aufgetreten, und da haben wir immer auch ein paar ganz neue Songs gespielt, um zu sehen, wie das Publikum auf sie reagiert. Bei "Dream On" war's so: Wir spielten den Song auf einem Schweizer Festival und die Leute tanzten massenweise und sangen sogar mit! Was sonst nie passiert, wenn man ein Stück mit den Worten "Wir spielen jetzt mal ein neues Stück" ankündigt", so Macdonald.

"Gleich danach kam der Tourpromoter, der sich in der Schweiz um meine Shows kümmert und der mir 2007 mein erstes winziges Clubkonzert dort organisiert hat, zu mir in die Umkleide gerannt und sagte nur: "Dein neuer Song "Dream On", das ist mal ein Mega-Hit. Die Leute sind voll abgegangen darauf!" Also sagten wir uns wiederum, dass wir dieses Feedback in den weiteren Prozess einfließen lassen mussten…"

Amy findet die Auftaktsingle passt super für das Neue Jahr. „Klar ist das eigentlich eine düstere Zeit; die Leute haben schließlich noch mit ihrem Weihnachtskater zu kämpfen, aber gerade deshalb braucht man ja so einen lockeren, ausgelassenen Song im Januar", sagt sie mit ansteckendem Enthusiasmus.

Der Track „Automatic“ entstand als die drei einfach locker drauf los spielen wollten. Doch sie trafen damit voll ins Schwarze. "Und dazu kommt, dass der Song schon am ersten Tag so gut wie fertig war, weil Ben einfach so wahnsinnig gut ist mit Pro-Tools. Später haben wir dann nur den Sound noch ein wenig satter gemacht und noch ein paar krasse E-Gitarren ergänzt", erzählt die Sängerin. Damit nimmt sie Bezug auf das krasse Solo, das Gastgitarrist Leo Abrahams beigesteuert hat.

Bei Textzeilen wie "Hitting the road is all that I got… Foot to the floor, I can't take any more…", habe sie "an Leute gedacht, die einfach immer versuchen, vor irgendwelchen Problemen zu fliehen. Und ich habe immer jemanden im Hinterkopf gehabt, an dessen Sound ich anknüpfen wollte, und in dem Fall war das Bruce Springsteen, also ein sehr amerikanisches Ding…"

In eine ganz andere Richtung geht "Down By The Water". Der schlichte Track tauchte scheinbar aus dem Nichts auf als "Jimmy und ich mal wieder einfach so herumsaßen und drauflos spielten. Er hatte sich diese echt tolle Melodie auf dem Bass ausgedacht, und darauf bauten wir dann gemeinsam auf. Das ist übrigens so ein Stück, bei dem wir zunächst gar nicht wirklich wussten, was wir da eigentlich vor uns hatten: Es klang irgendwie fast schon zu simpel, zu minimalistisch… und es ist ja auch nun echt kein übergroßer, extravaganter Song."

Doch genau diese Schlichtheit ist es, die den Track so großartig macht. Was auch an der legendären Juliet Roberts lag - u. a. Gastsängerin des House-Klassikers "Needin' U" von David Morales -, die im Studio mit My Riot "dazu diese Wahnsinns-Background-Gesänge aufgenommen hat, so im Gospel-Style. Sobald ich die Gesangsaufnahme von Juliet hörte, wusste ich, dass sie dieses bodenständig-sumpfige Feeling des Songs perfekt abrunden würde."

Der extrem knackig produzierte Titelsong ist ein astreiner Hitkandidat: "Gedacht war das Stück eher als möglicher Eröffnungssong, aber zunächst hatte es noch gar keinen Refrain. Und das war so ein Punkt, an dem mein Produzent Cam einfach goldrichtig lag: Er sagte mir, dass dieses Stück eine Hook brauchte, die richtig groß ist, einen richtig umhaut. Am nächsten Tag fiel mir schon nach wenigen Minuten etwas Passendes ein - ohne Witz. Nur war ich selbst erst mal der Meinung, dass meine Idee voll der Schrott war. Aber Cam war sofort hin und weg."

Es gibt viele Momente und Passagen die perfekt für die großen Festivalbühnen im Sommer gemacht sind, auf „Under Stars“. Diese Momente sind es, die zu mitsingen und mittanzen anregen und auch super ins Radio passen. Hinzu kommt, dass die Texte smart, vieldimensional und prägnant sind. Die Texte spiegeln das wieder, was während sie entstanden sind passiert ist. Für Amy stand während dieser Entstehungsphase und auch in früheren Jahren einiges auf dem Spiel: "Also das Album ist zwar überhaupt nicht politisch", holt sie aus, "aber es ist nun mal vor, während und nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands entstanden. Einer Zeit also, in der man diesem Thema in meiner Heimat einfach unmöglich aus dem Weg gehen konnte. Und ich fand das auch wirklich inspirierend, auch wenn ich es nur indirekt anschneide. Wir diskutierten viel über die Geschehnisse, und das hört man zum Beispiel auch in einem Song wie "The Rise And Fall"“, womit sich Amy auf eine der eingängigsten Hymnen des neuen Albums bezieht. "Um ganz ehrlich zu sein, hab ich dabei auch viel an Frank Underwood gedacht, die Rolle von Kevin Spacey aus "House Of Cards"", sagt Amy lachend. "Ich war wie besessen zu der Zeit, habe davon eine Folge nach der anderen geschaut." Während der eigentlichen Aufnahme in London, die wiederum direkt vor dem Brexit-Referendum stattfand, vermischte sich die Netflix-Fiktion dann allerdings wieder mit den tatsächlichen Geschehnissen, was dem Song noch eine weitere Dimension gab.

Auch der bewegende Song "From The Ashes" hat eine eindrucksvolle Entstehungsgeschichte. "Das ist noch so ein Stück, das erst mal so wirkt, als ob ich mich damit auf aktuelle Entwicklungen beziehen würde - aber das war kompletter Zufall! Denn eigentlich ist es ein Song, bei dem ich dachte: So ein Stück wäre doch perfekt für "Die Tribute von Panem". Ein echt finsterer Song ist das, der sich dann doch noch wandelt und vollkommen euphorisch endet. Alles ist gegen Ende wieder gut. Und das ist auch der Song, der dieses Album beendet, was für mich auch schon von Anfang an klar war."

Die 29-jährige geht in „Under Stars“ in sich und horcht in sich hinein. Sie sagt was sie fühlt und greift – musikalisch – nach den Sternen. Noch eindringlicher, noch satter und umwerfender klingt Amys Stimme. Ihr Melodiegespür kann sich noch mehr entfalten. Ihr vielfach gepriesenes Melodiegespür hat hier noch mehr Raum, um sich zu entfalten: Und sie hat den Mut, diesen Raum zu füllen, mit immer neuen Ideen. Indem sie auf kollektive kreative Energien und neue Mitstreiter setzt, schafft sie beides: Sie gräbt noch ein gutes Stückchen tiefer. Und hebt noch ein bisschen höher ab als zuvor.

"Vollkommen verrückt ist das, was alles passiert ist diesen Jahren", sagt sie abschließend. "Die einzige Sache, die ich fast schon bedaure, ist die, dass ich das alles nicht noch bewusster wahrgenommen habe - besonders den krassen Erfolg meines Debütalbums. Denn das Album ist einfach mal in ganz Europa wie eine Bombe explodiert: Aus einem Land nach dem anderen kamen die Erfolgsnachrichten, und ich dachte irgendwie, dass es so wohl läuft, so laufen muss. Man veröffentlicht ein Album und Bang — da ist der Hit! Inzwischen weiß ich, dass das alles andere als gewöhnlich war, sondern eine echte Ausnahme. Ich wünschte, ich hätte das damals etwas mehr so wahrgenommen, als etwas wirklich Unglaubliches. Aber inzwischen weiß ich natürlich, wie viel Glück ich damals hatte - und dass es ein noch größeres Glück ist, zehn Jahre später immer noch das machen zu können, was ich machen möchte."

Das war für Amy Macdonald alles jedoch erst der Auftakt. Jetzt ist sie zurück: Mit "Under Stars". Unter Sternen, nach denen sie nun wieder greift. Und gewiss hat sie eigentlich schon alles erlebt, schon alles erreicht. Aber man hört sofort, dass es eben doch noch nicht alles war. Noch längst nicht.

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