Querbeat

2001 ist notiert als das Jahr, in dem sich an einer Bonner Schule aus Solisten eine Kollektiv entwickelt, aus einer Posaune zu viele, und aus small talents eine Big Band. Als Inspiration dienen Beatles, Santana und Miles Davis und es wird gecovert was das Zeug hält. Das Prinzip der Live-Energie scheint irgendwie in der DNA dieser Crew zu stecken und schnell werden aus Probenkellertönen die New Kids im Bonner Block.

Man wächst zusammen, erlebt erste Male, Challenges und Chancen, Aufs und noch mehr Abs. Und am Ende steht das unmissverständliche Bauchgefühl: wir ziehen es durch! Man…

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2001 ist notiert als das Jahr, in dem sich an einer Bonner Schule aus Solisten eine Kollektiv entwickelt, aus einer Posaune zu viele, und aus small talents eine Big Band. Als Inspiration dienen Beatles, Santana und Miles Davis und es wird gecovert was das Zeug hält. Das Prinzip der Live-Energie scheint irgendwie in der DNA dieser Crew zu stecken und schnell werden aus Probenkellertönen die New Kids im Bonner Block.

Man wächst zusammen, erlebt erste Male, Challenges und Chancen, Aufs und noch mehr Abs. Und am Ende steht das unmissverständliche Bauchgefühl: wir ziehen es durch! Man will raus und sammelt Leben in der Metropole Köln. Dorf und Weltstadt zugleich, aber vor allem eines: Ähnlich im Lebensgefühl. It’s a Match! Die Band verliebt sich in die Stadt und die City in die optimistische Musik der Banda. Der Karneval explodiert mit den frischen Songs der neuen Alternative. Die musikalisch so anders klingt, als alles das was man bis jetzt gehört hat. Immer auf Anfang, immer neu.

Querbeat legt irgendwie einen Schalter um, investiert noch mehr Zeit und Vibe und aus einer dieser intensiven Sessions wird eine Idee: Nach „Rhythms del Mundo“ jetzt in eigenem Stil Buena Vista Social Club Tribut zu zollen. Bekannte Kölner Bands werden angefragt und es entsteht eine Compilation, die gemeinsam mit ein paar befreundeten Latin-Grammy-Musikern einmal durch kubanischen Zigarrenrauch gezogen und dann am Rhein zum Lüften aufgehangen wurde. Cuba Colonia, heißt das Werk. Was damals keiner wusste, 2019 wird die Band belohnt für diese Platte: mit dem German-Jazz-Award, der goldenen Schallplatte der GfK im Jazz. Was konsequent ist und auch bis heute bleibt: Alles wird selber gemacht. Vom Recording des ersten Tons, über die Produktion bis zum Waschzettel-Design im nachhaltigen Merchandise-T-Shirt-Kragen. Eigenregie ist ein Wort, das sich mit Nachdruck in die Zentrale der Bandköpfe impft.

Aber, das Kollektiv wird gefordert. Erasmus, Fernbeziehungen, Jobangebote aus dem echten Leben, Zukunftsängste – alles Themen, die eine junge Band auf den Prüfstein stellt. Aber man wächst. Jetzt erst recht. Schluss mit dem reinen Covern von Hits, aus Nachmachen wird Vordenken und es entsteht das erste eigene Album. Fettes Q heißt die Scheibe. Die hat mittlerweile 120 Millionen Streams eingesammelt und Querbeat aus den Tiefen des Schülerbandkellers auf die Welle des „Brasspop“ gespült. Straßenmusik + Stadtfeste + Partygigs = Erste Clubtour. So lautet jetzt die Gleichung. Die Familia wird größer. Beste Freunde werden Tour-Manager. Ex-Bandkollegen technische Supervision und die Gang, die sonst nur mit der Band zum Saufen rumhängen, findet sich auf einmal in der Road-Crew wieder. Und sie alle hängen da bis heute. Q ist halt auch irgendwie Bestimmung. Nach der Fettes Q-Platte tut sich was. In der Wahlheimat Köln darf man im Palladium spielen, aus hunderten Fans werden tausende. Aus einer Insiderband für Brass-Nerds ein kleines Phänomen, das unstoppable über die Bühnen wirbelt. Denn die Richtlinie ist klar: Weitermachen!

2 Jahre später, 2018, kommt das nächste Album: Randale & Hurra. Randale & Hurra verschafft der Band auch eine immer gerngesehene Feiergelegenheit, steigt die Platte doch in die Top 10 der deutschen Albumcharts ein. Mit den Konsequenzen dieses Releases kann man leben: Festival-Bookings ohne Ende (Lollapalooza, Hurricane u.v.m.) und dann der Plan: in 2021 auf dem Pinkpop-Festival nur ein paar Acts vor den Chili Peppers! Kein Witz. 2020/2021? Wie bei so vielen Künstler*innen die Corona-Lücke im Lebenslauf. Aber klar bleibt: es gibt wenige bis minus 10 Bands, die in einer abgefahrenen Crossover-Welt auf dem indie-mäßigen Dockville Festival, den Leverkusener Jazztagen und auf dem 80.000 Menschen-Parookaville mit dem gleichen Live-Set so massiv und nachhaltig abräumen. Das Szenario hätten die Greenhörner aus der Schülerband mit Sicherheit für Utopie gehalten. Aber vielleicht hat das Q die Fähigkeit, sich Utopie zur erarbeiten. Und sich irgendwann den Buchstaben Q von der schlechten Seite der Macht wieder zurückzuerobern. Gelungen ist das ein Stück weit mit dem letzten Album „Radikal Positiv“, das im neuen Bandzuhause, ihrer „Werft“ entstanden ist und mit Platz 2 der Albumcharts im letzten Juli der Band-Pandemie ein Pfund Glück verpasst hat. Das gefühlte Release-Konzert in der Kölner „Lanxess Arena“ im kurzen Leerlauf vor Pandemie-Peak: magisch bis zum letzten Trompetenton. Und, die Platte spülte neue Songs wie „Renate“, „Bisschen Major Tom“ und „Früher wird alles besser“ auf die staubigen Sommerkonzertwiesen und in die offenen Herzen der Festivalsüchtigen. Provozierte Zufälle, Kreativität und harte Schule. Und das ist auch der Plan, einfach mit dem Bauchgefühl von damals weiterziehen! Und sich Träume erfüllen, zum Beispiel den von einem eigenen Festival. Gesagt, gedone. Im Heimatkaff auf den Bonner Rheinauenwiese gibt es im Juni 2024 jetzt schon die dritte Auflage. Der Querbeat-Einladung zur eigenen Sause vor 25.000 Menschen folgten Künstler*innen wie Milky Chance, Clueso, Friedberg oder Grossstadtgeflüster. Zweimal in Folge die größten Konzerte der Bandgeschichte. Randale & Freunde. Dankbar auch für Freundeskreismomente mit Ok Kid und Bukahara: Gemeinsame Singles und Sessions wirken wie musikalische Verlobungen. Und jetzt? Nach einer turbulenten und mehr als erfolgreichen Tour, einer ausverkauften Show in der Kölner Lanxess Arena wird kurzerhand die Mainstage von Rock am Ring eröffnet. Und die nächste Feiergelegenheit bereits klar! Festivalsommer 24 calling, Deutschland – Österreich und Schweiz im Navi. Es geht es immer weiter. Positiver und klarer geht es nicht. Auch eine Haltung die man erstmal in 20 Jahren Bandleben nicht verlieren darf.

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